24.11.2020 / Newsletter / Service public & Verkehr /

Auch das ZVV-Nachtnetz muss wirtschaftlich sein

Das Freizeit- und Ausgehverhalten hat sich verändert: Viele junge Menschen nutzen den Donnerstag als Ausgehtag und auch sind sie viel später in der Nacht unterwegs als noch vor zehn Jahren.

In einem Postulat wurde der Regierungsrat ersucht, aufzuzeigen, wie das ZVV-Nachtangebot ausgebaut werden kann, um dem geänderten Freizeit- und Ausgehverhalten zu entsprechen und eine Abwanderung der Nachtreisenden zum motorisierten Individualverkehr zu verhindern.
Im Sommer 2018 wurde eine Überprüfung und Neukonzeption des ZVV-Nachtnetzes eingeleitet. Diese umfasste u.a. die Netzgestaltung, die Fahrplangestaltung, die Anschlusssicherung, die Kostendeckung und das Angebot unter der Woche. Ziel des Nachtnetzes ist es, ein möglichst bedürfnisgerechtes Angebot für die Fahrgäste anzubieten. Dabei muss eine gewisse Wirtschaftlichkeit sichergestellt werden. Das setzt einerseits eine entsprechende Nachfrage und anderseits schlanke Produktionsmöglichkeiten des Angebots voraus.
Heute sind rund 97% des Kantonsgebiets erschlossen. Ein Nachtnetz, das möglichst viele Verkehrsbeziehungen in möglichst viele Richtungen anbietet, müsste sich am Tagesnetz orientieren. Bei der Prüfung zeigte sich jedoch, dass sich die Fahrzeiten dann nicht merklich verbessern würden. Zudem würde dies zu rund einer Verdoppelung der Kosten führen, ohne dass dafür ein nur annähernd entsprechender Zusatznutzen erreicht werden könnte. Auch die Ausdehnung des Nachtangebots auf die Werktage wurde analysiert. Dabei wurde eine deutlich schwächere Nachfrage an Werktagen festgestellt. Selbst in der Nacht von Donnerstag auf Freitag beträgt die Nachfrage nach dem nächtlichen ZVV-Angebot höchstens 30% eines durchschnittlichen Wochenendtages. Mit einer derart geringen Nachfrage könnte ein Nachtangebot nicht annähernd wirtschaftlich erbracht werden. Das Nachtnetz soll sich daher auch künftig auf das Wochenende und ausgewählte Feiertage beschränken.

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